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한국독어독문학회 회원님들께


2015 상하이에서 열리는 IVG Tagung (http://www.ivg2015-tongji.com) 분과 Sektion: Utopie/Dystopie – Möglichkeitsdenken in der Gegenwart 에서 발표신청을 받습니다.  (분과에 대한 자세한 정보는 IVG 홈페이지 또는 아래의 분과주제설명 참조)

발표신청은 아래의 분과를 맡고 계시는 선생님들(Ryozo Maeda, Wilhelm Vosskamp, Jiyoung Shin) 메일주소로 해주시기 바랍니다.

관심 있으신 회원님들의 많은 발표신청 부탁드립니다.

한국독어독문학회장 김관우 드림


Thema der Sektion: Utopie/Dystopie – Möglichkeitsdenken in der Gegenwart

Leitung: Ryozo Maeda (Rikkyo-Universität, Tokyo, maedar@rikkyo.ac.jp)

Co-Leitung: Wilhelm Vosskamp (Universität zu Köln, w.vosskamp@uni-koeln.de),

                    Jiyoung Shin (Duksung Frauenuniversität, Seoul, shinjyung@googlemail.com)

Utopien denken Möglichkeiten von Zukunft. Mit Beginn der historischen Moderne, in der die Erwartung an die Zukunft die Erfahrung der Vergangenheit übersteigt, entstehen in der je aktuellen Gegenwart Entwürfe, die Utopien genannt werden können. Die Temporalisierung der Erfahrung macht Projektionen in die Zukunft möglich (Reinhart Koselleck). Diese sind nie eindeutig. Sie liefern mehrdeutige Wunsch- und Schreckbilder auch in eigentümlichen Verschränkungen. Die Einsicht in diese Dialektik nimmt mit dem Grad der Selbstreferentialität von Zukunftsentwürfen zu; Utopie und Dystopie bedingen sich wechselseitig. Gegenwärtig – zumal nach „Fukushima“ – leben wir mit außerordentlich unsicheren Zukunftsperspektiven. Haben Utopien nur in Dystopien überlebt? Nach dem Ende des Utopie-Verdachts am Beginn der 90er Jahre geht es heute um eine Bestandsaufnahme von Zukunftspotentialen, um Diskussionen von Denkformen des Hypothetisch-Möglichen. Bietet die Tradition des utopischen Denkens Anknüpfungspunkte für aktuelle, positiv oder negativ konnotierte Zukunftsbeschreibungen? Sind Planung, Ordnung, Hoffnung oder Erfüllung noch brauchbare Begriffe? Literatur und Wissenschaft sind stets ein genuiner Ort für kontroverse Zukunftsprojektionen.

Der Fragenkatalog lässt sich fortsetzen. Wunsch oder Warnbilder sind noch immer jenem utopischen Impuls verpflichtet, der den Blick aus der Gegenwart in die Zukunft richten will. Die Frage nach der Zukunft utopischen Denkens stellt somit in den Möglichkeiten temporalen, visionären und konjunktivischen Denkens zugleich die Frage nach dem Ort des Gesellschaftlichen und der Gesellschaft heute – und damit die Frage nach der Verbindlichkeit von Tradition, und das heißt auch: nach Traditionen des Utopischen.

In der Sektion sollen genannten und andere Fragen in der Literatur- und Medienkulturgeschichte historisch wie theoretisch erörtert werden.


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